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Koedukativer Unterricht schadet Jungen..

Hans, Freitag, 02. April 2010, 16:24 (vor 1150 Tagen) @ Scharlih

"Jungendiskriminierung, Mädchenförderung und Neuausrichtung der Pädagofik auf feminine Belange" nennst Du als Ursachen....

....und das Ganze weltweit, denn das Bild der erfolgreichen Mädchen und der problematischen Jungs ist weltweit das selbe.

Obwohl die "Beschulung" einem weltweiten Homogenisierungsprozess unterworfen wird, müsste es doch noch regionale bzw. leitkulturell bedingte Unterschiede geben. Aber die Sache ist überall die selbe: Ob in Fernost, in islamischen Ländern, im angloamerikanischen Sprachraum, bei uns, den süd- oder nordeuropäischen Ländern: Überall wird Bildung zu einer Domäne weiblicher Suprematie. Man könnte kalauern und sagen, was den Männern der Fußball, ist den Frauen die Schule. Einzig der von dir erwähnte Tatbestand, dass es mal Zeiten gegeben hat, in denen die Jungen besser waren, lassen einen daran zweifeln, dass diese Unterschiede naturbedingt sind (Also die in der Schule, nicht im Fußball)

Ich habe leider die GEW-Zeitschrift weggeworden, wo ein Bildungsforscher, ich glaube er hieß Busse, auf diese Thematik zu sprechen kam. Er spielte das Problem herunter und meinte - er zitierte auch Zahlen - dass auch in den Sprachen das oberste Leistungssegment immer noch von Jungen angeführt wird. (Mädchen ca. 10%, Jungen ca. 12% irgend sowas) Könnte man so interpretieren, dass das verschärfte Raussieben von Jungen dafür sorgt, dass bei ihnen die Auslese schärfer ist. Das eigentliche Drama spielt sich nach Meinung von Busse (?) im untersten Leistungssegment ab, bei den Schulabbrechern und funktionellen Analphabeten und wird zu einem Thema der Integrations- aber weniger der Bildungspolitik und hier betrifft es vorwiegend Jungs.

Das Buch von Arne Hoffmann "Rettet unsere Söhne" habe ich gelesen. Danach haben Kollegen es mir aus den Händen gerissen. Die Benachteiligung von Jungen ist inzwischen Allgemeinplatz. Aber es besteht eine merkwürdige Windstille: Niemand im Bildungssystem traut sich mit Handlungskonzepten nach vorne. Zu unklar ist, wo man den Hebel für korrigierende Maßnahmen ansetzen sollte. Sowas wie den Girlsday halte ich für Petitessen. Ich hatte deshalb mal den Vorschlag gemacht, durch individuelle biographische Betrachtungen die Faktoren zu ergründen, die eine Jungen schulisch erfolgreich oder erfolglos machen. Vielleicht kommt man dem Problemmuster so auf die Spur.


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